Maler und Visionen, die zwischen diesen Tälern entstanden sind, von Gaigher bis Senesi.
In den Falten des Valsugana, einem Land stiller Übergänge und wechselnder Lichter, wurden Künstler geboren, die über den Schein hinauszublicken verstanden und der Welt intime, kraftvolle und persönliche Visionen zurückgaben.
Lernen wir einige von ihnen kennen…
Orazio Gaigher, 1870 in Barco di Levico geboren, gibt die Medizin auf, um dem Ruf der Malerei zu folgen. Als weltgewandter Reisender bringt er die leuchtende Sanftheit der französischen Freilichtmalerei auf die Leinwand, beeinflusst von Renoir und vom mitteleuropäischen Impressionismus. Seine Frauengestalten, wie in Amiche al tè (1920-25), scheinen einer angehaltenen Zeit zu entsteigen, eingetaucht in bürgerliche, stille Atmosphären, während in den Porträts und ländlichen Szenen seine koloristische Meisterschaft aufbricht.


Neben ihm, beinahe als Gegenstimme, bewegt sich der unruhigere und lyrischere Pinselstrich von Giuseppe Angelico Dallabrida, 1874 in Caldonazzo geboren. Fern von Akademien und Rhetorik wird seine Malerei zum Flüstern, zur Beschwörung. In seinen Landschaften wird nicht die Aussicht gesucht, sondern die Empfindung: Die Farbflecken vibrieren und deuten mehr an, als sie zeigen. In Gli sfollati (1915-18) löst sich das Drama der Gefangenschaft in visuelle Poesie auf. Seine ist eine Malerei aus Stille und Überblendungen, die sich zu einer beinahe abstrakten Form entwickelt, in der die Erinnerung an das Valsugana zur Malmaterie wird.

Eine weitere äußerst kraftvolle Stimme ist die von Guido Polo, 1898 in Borgo Valsugana geboren. Seine zwischen München und Trient gereifte Malerei nährt sich von romanischer Spiritualität und einer nüchternen, unaufgeregten Modernität. Ausgezehrte Gesichter, Augen, die nicht den Betrachter suchen, sondern ihn durchdringen: In Werken wie Figura (1951) oder Ritratto di donna a Burano (1976) erzählt er vom gewöhnlichen Leben mit einer beinahe sakralen Intensität. In seinen Aquarellen und Druckgrafiken wird Trient zur inneren Spiegelung, zur Stadt der Seele mehr als des Blicks.

Nicht weniger inspiriert war Eugenio Prati, 1842 in Caldonazzo geboren und großer Erzähler des ländlichen Trentiner Lebens. Mit frischen, innigen Pinselstrichen beschrieb er den Alltag der Bauern, die Frauen an den Brunnen, die Kinder in den Höfen und brachte die schlichte Poesie des Daseins auf die Bühne. Seine Porträts und Landschaften sind Fenster zu einer Welt aus Warten, Stille und Licht, das durch das Laub fällt.


Eine gänzlich andere Energie durchzieht das Werk von Tullio Garbari, 1892 in Pergine Valsugana geboren und ein unruhiger Geist des frühen 20. Jahrhunderts. Religiöse Unruhe und expressive Spannung kennzeichnen seine Bilder, in denen die Gesichter hieratisch werden und die Körper an die Linien der Gotik und des Primitivismus erinnern. Als Freund von Carlo Carrà und Teilnehmer der europäischen Avantgarden schuf Garbari eine visionäre und höchst moderne Sprache. Er starb jung in Paris und hinterließ ein kurzes, aber überaus intensives Werk.


Diese Galerie der Visionen beschließt Luigi Senesi, 1930 in Trient geboren und 1990 gestorben. Als zurückgezogener und feinsinniger Maler schloss er sich den abstrakten Forschungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an und entwickelte eine Malerei, die geometrische Strenge mit chromatischen Schwingungen von seltener Sensibilität verbindet. Seine oft aus Transparenzen und Lasuren aufgebauten Leinwände beschwören innere Landschaften aus Licht und Stille. Eine intensive und einsame Stimme, die einen leuchtenden Abdruck in der Geschichte der italienischen abstrakten Kunst hinterlassen hat.


Maler und Visionen, die zwischen diesen Tälern entstanden sind, von Gaigher bis Senesi.
In den Falten des Valsugana, einem Land stiller Übergänge und wechselnder Lichter, wurden Künstler geboren, die über den Schein hinauszublicken verstanden und der Welt intime, kraftvolle und persönliche Visionen zurückgaben.
Lernen wir einige von ihnen kennen…
Orazio Gaigher, 1870 in Barco di Levico geboren, gibt die Medizin auf, um dem Ruf der Malerei zu folgen. Als weltgewandter Reisender bringt er die leuchtende Sanftheit der französischen Freilichtmalerei auf die Leinwand, beeinflusst von Renoir und vom mitteleuropäischen Impressionismus. Seine Frauengestalten, wie in Amiche al tè (1920-25), scheinen einer angehaltenen Zeit zu entsteigen, eingetaucht in bürgerliche, stille Atmosphären, während in den Porträts und ländlichen Szenen seine koloristische Meisterschaft aufbricht.


Neben ihm, beinahe als Gegenstimme, bewegt sich der unruhigere und lyrischere Pinselstrich von Giuseppe Angelico Dallabrida, 1874 in Caldonazzo geboren. Fern von Akademien und Rhetorik wird seine Malerei zum Flüstern, zur Beschwörung. In seinen Landschaften wird nicht die Aussicht gesucht, sondern die Empfindung: Die Farbflecken vibrieren und deuten mehr an, als sie zeigen. In Gli sfollati (1915-18) löst sich das Drama der Gefangenschaft in visuelle Poesie auf. Seine ist eine Malerei aus Stille und Überblendungen, die sich zu einer beinahe abstrakten Form entwickelt, in der die Erinnerung an das Valsugana zur Malmaterie wird.

Eine weitere äußerst kraftvolle Stimme ist die von Guido Polo, 1898 in Borgo Valsugana geboren. Seine zwischen München und Trient gereifte Malerei nährt sich von romanischer Spiritualität und einer nüchternen, unaufgeregten Modernität. Ausgezehrte Gesichter, Augen, die nicht den Betrachter suchen, sondern ihn durchdringen: In Werken wie Figura (1951) oder Ritratto di donna a Burano (1976) erzählt er vom gewöhnlichen Leben mit einer beinahe sakralen Intensität. In seinen Aquarellen und Druckgrafiken wird Trient zur inneren Spiegelung, zur Stadt der Seele mehr als des Blicks.

Nicht weniger inspiriert war Eugenio Prati, 1842 in Caldonazzo geboren und großer Erzähler des ländlichen Trentiner Lebens. Mit frischen, innigen Pinselstrichen beschrieb er den Alltag der Bauern, die Frauen an den Brunnen, die Kinder in den Höfen und brachte die schlichte Poesie des Daseins auf die Bühne. Seine Porträts und Landschaften sind Fenster zu einer Welt aus Warten, Stille und Licht, das durch das Laub fällt.


Eine gänzlich andere Energie durchzieht das Werk von Tullio Garbari, 1892 in Pergine Valsugana geboren und ein unruhiger Geist des frühen 20. Jahrhunderts. Religiöse Unruhe und expressive Spannung kennzeichnen seine Bilder, in denen die Gesichter hieratisch werden und die Körper an die Linien der Gotik und des Primitivismus erinnern. Als Freund von Carlo Carrà und Teilnehmer der europäischen Avantgarden schuf Garbari eine visionäre und höchst moderne Sprache. Er starb jung in Paris und hinterließ ein kurzes, aber überaus intensives Werk.


Diese Galerie der Visionen beschließt Luigi Senesi, 1930 in Trient geboren und 1990 gestorben. Als zurückgezogener und feinsinniger Maler schloss er sich den abstrakten Forschungen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts an und entwickelte eine Malerei, die geometrische Strenge mit chromatischen Schwingungen von seltener Sensibilität verbindet. Seine oft aus Transparenzen und Lasuren aufgebauten Leinwände beschwören innere Landschaften aus Licht und Stille. Eine intensive und einsame Stimme, die einen leuchtenden Abdruck in der Geschichte der italienischen abstrakten Kunst hinterlassen hat.

